
Die Geschichte des Canabis
Die Geschichte des Canabis
Die Rolle des Orients und Indiens
Während Cannabis im europäischen Mittelalter vor allem als Faserpflanze (Hanf) für Seile und Segel genutzt wurde, blieb das Wissen um die psychoaktiven und medizinischen Wirkungen des Harzes im arabischen Raum und in Indien lebendig. Berühmte Gelehrte wie Avicenna (Ibn Sina) beschrieben die Pflanze bereits in ihren Kanons der Medizin.
Pioniere des 19. Jahrhunderts
Der entscheidende Wendepunkt für Europa war in der Tat das 19. Jahrhundert. Zwei Namen sind hier besonders hervorzuheben:
-
William Brooke O’Shaughnessy: Der irische Arzt gilt als Schlüsselfigur. Während seiner Zeit in Kalkutta beobachtete er die Anwendung von Cannabis in der ayurvedischen Medizin und brachte in den 1840er Jahren erste Tinkturen nach Europa. Er setzte es erfolgreich gegen Rheuma, Cholera und Krämpfe (Tetanus) ein.
-
Jacques-Joseph Moreau: Der französische Psychiater untersuchte zur gleichen Zeit in Nordafrika die Wirkung von Haschisch auf das zentrale Nervensystem und begründete damit die moderne Psychopharmakologie.
Von der Beobachtung zur Isolierung (20. Jahrhundert)
Wie Sie richtig anmerken, führte das gesteigerte Interesse schließlich zur chemischen Analyse. Hier sind die Daten für das Jahr 2025 in der Forschungshistorie klar definiert:
-
CBD-Isolierung: Das Cannabidiol (CBD) wurde erstmals 1940 von dem amerikanischen Chemiker Roger Adams isoliert. Kurz darauf gelang Lord Todd in Großbritannien die Isolierung von Cannabinol (CBN).
-
THC-Entdeckung: Es dauerte jedoch bis 1964, bis Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni in Israel das wichtigste psychoaktive Cannabinoid, das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), isolierten und dessen Struktur aufklärten.
Die spirituelle Brücke
Die spirituelle Nutzung, die in Europa im 19. Jahrhundert beispielsweise im Pariser "Club des Hachichins" (u. a. Victor Hugo und Charles Baudelaire) Einzug hielt, war direkt von den orientalischen Traditionen inspiriert. Dies legte den Grundstein für die heutige Wahrnehmung von Cannabis als Genussmittel und Sakrament, die weit über die rein industrielle Nutzung hinausgeht.
Heute wird diese Brücke durch die moderne Gesetzgebung geschlossen: Seit 2024/2025 ist die wissenschaftliche Erforschung in Deutschland durch das Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) deutlich erleichtert worden, was die Tradition der Forschung aus dem 19. Jahrhundert unter modernsten Standards fortsetzt
Quelle : Verde, Leo, Das 1x1 des Hanfanbaus, 2024
Öffnungszeiten
Mo - Fr: 9 - 18 Uhr
Samstag: geschlossen
Sonntag: geschlossen
Soziale Medien